Aktuelle Beiträge

Alles nur Poser!?
Neuerdings (Presse-Gastkommentar bzw als Reaktion darauf...
boenald - 2. Sep, 12:46
Premiere in neuer Besetzung
Wir befinden uns wenige Tage vor unserem ersten richtigen...
boenald - 1. Sep, 18:27
Bonus Tracks
Wenn vom lieben Nachwuchs kein Fettnapf und auch keine...
boenald - 19. Feb, 11:43
Sowas wie eine Bedienungsanleitung
Fakt ist: ich weiß schon, wovon ich rede und schreibe....
boenald - 8. Feb, 09:23
Wie wirklich ist die...
Eine insbesondere unter Leuten mit viel zuviel Tagesfreizeit...
boenald - 7. Feb, 15:09
Initialschock
Schon mal so richtig sprachlos gewesen? Ja? Können...
boenald - 31. Jan, 14:05

Allgemeines, Einstiegslektüre

Mittwoch, 2. September 2009

Alles nur Poser!?

Neuerdings (Presse-Gastkommentar bzw als Reaktion darauf hier und hier, mit etwas Verspätung auch im Standard) laufen die "Neuen Väter" Gefahr, ganz schön alt auszuschauen.

Was haben sie, also wir, denn falsch gemacht? Kurzzusammenfassung - es kommt gar nicht so gut, wenn wir uns als Helden feiern lassen, nachdem wir mal was getan haben, was wir üblicherweise ganz selbstverständlich von "der Mama" erledigt wissen wollen. In der Nacht aufstehen, schreiende Babys herumtragen und dann womöglich lobheischend die werte Gattin aufwecken ("Sie schlafen alle beide wieder, kannst liegen bleiben, Schatz.") ist nicht die schlaueste Taktik, echt nicht. Sorgenvoll den Kopf schüttelnd und trotz des unvorstellbaren Stresses ihr zuliebe trotzdem für ein paar Tage die Alleinverantwortung für die Kinderbetreuung zu übernehmen, dann eine Armada aus Omas, Babysittern etc. anzuheuern, um Zeit für die eh schon lang geplante Bergtour zu schaffen und dann auch noch locker flockig zu bemerken "War gar nicht so schlimm mit ihnen" (Subtext: "Was beschwerst du dich überhaupt? Ist doch gar nix dabei, das bisschen Kinderaufpassen.") grenzt völlig zurecht an psychologisches Harakiri mit Anlauf. Ok, das ist gegessen. so geht´s nicht wirklich gut. Auf partnerschaftlich machen, posen, was das Zeug hält, sich die Rosinen aus dem Kuchen pflücken, den Rest delegieren und dann auch noch Starallüren kultivieren, das hält die verständnisvollste Frau nicht aus.

Stop. Lassen wir mal die aufgelegte Frage beiseite, in welchem Ausmaß der im Einzelfall berechtigte und nur zu gut nachvollziehbare Frauenfrust über den Unsuper-Mann überhaupt verallgemeinerbar ist (Ist er natürlich nicht, Frechheit!). Die Vermutung, ob nicht mitunter die drückende Belastung in der Suche von Frauen nach immer neuen Gründen, weswegen sie sich über Männer im Allgemeinen und ihre eigenen im Besonderen beklagen müssen, ein passendes Ventil findet, verfolgen wir derweil auch nicht weiter. Ja klar, der Alltag mit Kindern jeden Alters ist und bleibt sauanstrengend, ein glückliches Lächeln umspielt unsere Lippen genau dann, wenn sie alle gesund und unverletzt in ihren Betten liegen und schlafen. Der Rest ist Aufgabe und Draufgabe.

Offenbar haben sich im Umgang mit derlei Belastungen zwei sehr unterschiedliche Strategien entwickelt. Die eine zielt darauf ab, als quasi Gegenleistung für den Knochenjob Trost, Zuspruch und Unterstützung zu erlangen - es mag durchaus sein, dass Mütter hier stärker vertreten sind, ein Lokalaugenschein auf Spielplätzen, Familienwiesen in Freibädern etc bestätigt das nachdrücklich. Die andere Strategie (richtig: die der "richtigen Männer") verfolgt das Ziel, für ihre Leistungen Lob und Anerkennung zu bekommen. Wie früher halt: Auftrag erhalten, Ziel (Mammut, Kinderbetreuung) fokussieren, Ergebnis liefern (Mammut tot, Kinder leben), Schultern klopfen, Brust raus, Bauch rein, so geht das.

Das Phänomen ist also nicht wirklich neu. Für niemanden.
Und es scheint sich über die Jahrtausende hartnäckig gehalten zu haben.

Rhetorische Frage: damit umgehen lernen oder drüber jammern? Zur Abwechslung auch einmal zuhören und trösten oder sich den unbändigen Stolz über das selbst gekochte und beinahe aufgegessene Mittagessen der Kids um die Ohren schmeißen lassen?

Freitag, 8. Februar 2008

Sowas wie eine Bedienungsanleitung

Fakt ist: ich weiß schon, wovon ich rede und schreibe. Ehrlich. Weil beim Papa-Sein von Twins kenn ich mich aus, original und aus erster Hand.

Fakt ist aber darüber hinaus: nicht nur Geschmäcker sind verschieden, sondern auch Erfahrungen. Es ist also fix damit zu rechnen, dass der eine oder die andere, die hier mitliest, manches ganz anders vorstellt und erlebt.
Kein Problem, ganz im Gegenteil.
Das ist dann nämlich genau der Punkt, an dem ich beginne unverschämt zu werden.

Da ich in diesem Blog im Lauf der Zeit am liebsten so weit wie möglich über den eigenen Tellerrand hinaus blicken möchte, wäre es wunderbar, wenn Folgendes passiert:
  • Erleichterte Zwillingsväter posten, dass ihnen manches auch schon so oder so ähnlich passiert ist.
  • Aufgebrachte Tanten, Onkel, Schwiegermütter beklagen sich, dass sie´s ja eh nur gut gemeint hätten.
  • Aufmerksame Beobachter stellen Berichte oder Links über selbsterlebtes oder mitverfolgtes Zwillingsleben hier rein.
  • Neugierige Leser/innen fragen, wann denn endlich der schon längst versprochene Artikel über den Campingurlaub mit dreimonatigen Zwillingssäuglingen online sein wird.
Bin schon gespannt....

Donnerstag, 31. Januar 2008

Initialschock

Schon mal so richtig sprachlos gewesen? Ja?
Können Sie sich dran erinnern? Gut.

Verdoppeln Sie getrost das Gefühl, das Sie in Erinnerung behalten haben und es dürfte ungefähr in die Nähe dessen gekommen sein, was in mir vorgegangen ist, nachdem ich vor ein paar Jahren zum Telefonhörer gegriffen habe.

Überspringen wir mal die einleitenden Worte. Viel Berichtenswertes bleibt Ihnen da nicht vorenthalten, denn meine Liebste, gerade auf dem Heimweg von ihrer ersten routinemäßigen Schwangerenuntersuchung bei der Gynäkologin, kommt sehr rasch zum Punkt:

„Sitzt du?“
„Ja. Warum?“
„Pass auf, es sind Zwillinge.“

„....“ – Stille...

Jetzt ganz ruhig bleiben. Aber auch nicht zu ruhig. Sag was Aufheiterndes zu ihr! Ok, auch zu dir selbst. Aber bloß nicht zu lustig, ihr ist auch nicht zum Lachen und mir offen gestanden auch nicht. Gaaaanz ruhig, nicht vergessen. Kinder kriegen ist das Natürlichste auf der Welt – aber gleich zwei? Reg dich erst gar nicht auf, ist eh schon passiert. Was heißt passiert??? Supa! Wunderbar... Na großartig – WIE SOLL DAS BITTE ALLES GUTGEHEN????
„Hallo? Bist du noch dran?“
„....“
„Hörst du mich?“
„Ja, äääheemm, bin eh da. Zwillinge sind´s...“

Ähnlich beruhigende, aufheiternde, gelassene und rundherum maskulin-souveräne Bemerkungen kann ich meiner verständlicherweise ziemlich aufgeregten Frau in den nächsten Minuten noch schenken, dann ist ihr die Hand im kalten Novemberwind eingefroren, außerdem der Bus bereits gekommen und den Rest (gute Güte, den REST?? Was denn noch?) wollen wir dann des Abends in aller Ruhe daheim besprechen.

Ich lege auf. Und mache das, was jeder vernünftige Mann in meiner Situation tun würde. Ich ignoriere die Tatsache, dass es erst zehn Uhr vormittags ist, gehe ins Nebenbüro und eröffne unserer Sekretärin, dass ich jetzt umgehend ein Stamperl von dem im Aktenschrank für den Fall der Fälle versteckten Schilcherbrand konsumieren werde müssen. Nicht, dass mir danach um so Vieles besser wäre, aber ich spüre instinktiv, dass das zum Ritual gehört.

Ich bin in diesem Moment überzeugt davon, die Überraschung meines Lebens erlebt zu haben und gleichzeitig erstaunt, wie gelassen und ruhig ich mit der Situation umgehen kann. Gut, vielleicht hat der vormittägliche Alkohol damit zu tun, aber trotzdem.

Was ich mir kaum ausmalen kann, ist, dass dies klarerweise erst der Anfang einer, soviel sei verraten, relativ unpackbar spannenden Geschichte ist.

Einer Geschichte, die hier weiter erzählt werden soll.
Was man(n) als Zwillingsvater erlebt.
Wie es ist, als nichtschwangerer Teil eine Schwangerschaft zu begleiten.
Was eigentlich alles zum Glück eh fast niemals eintrifft, obwohl es jeden Moment passieren könnte.
Wie man auf die seit den letzten vier Wochen zum dreihundertsten Mal gehörte und in Richtung der Kinder abgesonderte Frage „Maa, sind das Zwillingeeee?“ antwortet.
Wie unbeschreiblich anstrengend, enervierend, kompliziert – aber letztlich einfach wunderbar ein Leben mit Zwillingen sein kann.

Und so weiter.

Was ich damit sagen will: Stay tuned, es kommt noch mehr...