Alles nur Poser!?
Neuerdings (Presse-Gastkommentar bzw als Reaktion darauf hier und hier, mit etwas Verspätung auch im Standard) laufen die "Neuen Väter" Gefahr, ganz schön alt auszuschauen.
Was haben sie, also wir, denn falsch gemacht? Kurzzusammenfassung - es kommt gar nicht so gut, wenn wir uns als Helden feiern lassen, nachdem wir mal was getan haben, was wir üblicherweise ganz selbstverständlich von "der Mama" erledigt wissen wollen. In der Nacht aufstehen, schreiende Babys herumtragen und dann womöglich lobheischend die werte Gattin aufwecken ("Sie schlafen alle beide wieder, kannst liegen bleiben, Schatz.") ist nicht die schlaueste Taktik, echt nicht. Sorgenvoll den Kopf schüttelnd und trotz des unvorstellbaren Stresses ihr zuliebe trotzdem für ein paar Tage die Alleinverantwortung für die Kinderbetreuung zu übernehmen, dann eine Armada aus Omas, Babysittern etc. anzuheuern, um Zeit für die eh schon lang geplante Bergtour zu schaffen und dann auch noch locker flockig zu bemerken "War gar nicht so schlimm mit ihnen" (Subtext: "Was beschwerst du dich überhaupt? Ist doch gar nix dabei, das bisschen Kinderaufpassen.") grenzt völlig zurecht an psychologisches Harakiri mit Anlauf. Ok, das ist gegessen. so geht´s nicht wirklich gut. Auf partnerschaftlich machen, posen, was das Zeug hält, sich die Rosinen aus dem Kuchen pflücken, den Rest delegieren und dann auch noch Starallüren kultivieren, das hält die verständnisvollste Frau nicht aus.
Stop. Lassen wir mal die aufgelegte Frage beiseite, in welchem Ausmaß der im Einzelfall berechtigte und nur zu gut nachvollziehbare Frauenfrust über den Unsuper-Mann überhaupt verallgemeinerbar ist (Ist er natürlich nicht, Frechheit!). Die Vermutung, ob nicht mitunter die drückende Belastung in der Suche von Frauen nach immer neuen Gründen, weswegen sie sich über Männer im Allgemeinen und ihre eigenen im Besonderen beklagen müssen, ein passendes Ventil findet, verfolgen wir derweil auch nicht weiter. Ja klar, der Alltag mit Kindern jeden Alters ist und bleibt sauanstrengend, ein glückliches Lächeln umspielt unsere Lippen genau dann, wenn sie alle gesund und unverletzt in ihren Betten liegen und schlafen. Der Rest ist Aufgabe und Draufgabe.
Offenbar haben sich im Umgang mit derlei Belastungen zwei sehr unterschiedliche Strategien entwickelt. Die eine zielt darauf ab, als quasi Gegenleistung für den Knochenjob Trost, Zuspruch und Unterstützung zu erlangen - es mag durchaus sein, dass Mütter hier stärker vertreten sind, ein Lokalaugenschein auf Spielplätzen, Familienwiesen in Freibädern etc bestätigt das nachdrücklich. Die andere Strategie (richtig: die der "richtigen Männer") verfolgt das Ziel, für ihre Leistungen Lob und Anerkennung zu bekommen. Wie früher halt: Auftrag erhalten, Ziel (Mammut, Kinderbetreuung) fokussieren, Ergebnis liefern (Mammut tot, Kinder leben), Schultern klopfen, Brust raus, Bauch rein, so geht das.
Das Phänomen ist also nicht wirklich neu. Für niemanden.
Und es scheint sich über die Jahrtausende hartnäckig gehalten zu haben.
Rhetorische Frage: damit umgehen lernen oder drüber jammern? Zur Abwechslung auch einmal zuhören und trösten oder sich den unbändigen Stolz über das selbst gekochte und beinahe aufgegessene Mittagessen der Kids um die Ohren schmeißen lassen?
Was haben sie, also wir, denn falsch gemacht? Kurzzusammenfassung - es kommt gar nicht so gut, wenn wir uns als Helden feiern lassen, nachdem wir mal was getan haben, was wir üblicherweise ganz selbstverständlich von "der Mama" erledigt wissen wollen. In der Nacht aufstehen, schreiende Babys herumtragen und dann womöglich lobheischend die werte Gattin aufwecken ("Sie schlafen alle beide wieder, kannst liegen bleiben, Schatz.") ist nicht die schlaueste Taktik, echt nicht. Sorgenvoll den Kopf schüttelnd und trotz des unvorstellbaren Stresses ihr zuliebe trotzdem für ein paar Tage die Alleinverantwortung für die Kinderbetreuung zu übernehmen, dann eine Armada aus Omas, Babysittern etc. anzuheuern, um Zeit für die eh schon lang geplante Bergtour zu schaffen und dann auch noch locker flockig zu bemerken "War gar nicht so schlimm mit ihnen" (Subtext: "Was beschwerst du dich überhaupt? Ist doch gar nix dabei, das bisschen Kinderaufpassen.") grenzt völlig zurecht an psychologisches Harakiri mit Anlauf. Ok, das ist gegessen. so geht´s nicht wirklich gut. Auf partnerschaftlich machen, posen, was das Zeug hält, sich die Rosinen aus dem Kuchen pflücken, den Rest delegieren und dann auch noch Starallüren kultivieren, das hält die verständnisvollste Frau nicht aus.
Stop. Lassen wir mal die aufgelegte Frage beiseite, in welchem Ausmaß der im Einzelfall berechtigte und nur zu gut nachvollziehbare Frauenfrust über den Unsuper-Mann überhaupt verallgemeinerbar ist (Ist er natürlich nicht, Frechheit!). Die Vermutung, ob nicht mitunter die drückende Belastung in der Suche von Frauen nach immer neuen Gründen, weswegen sie sich über Männer im Allgemeinen und ihre eigenen im Besonderen beklagen müssen, ein passendes Ventil findet, verfolgen wir derweil auch nicht weiter. Ja klar, der Alltag mit Kindern jeden Alters ist und bleibt sauanstrengend, ein glückliches Lächeln umspielt unsere Lippen genau dann, wenn sie alle gesund und unverletzt in ihren Betten liegen und schlafen. Der Rest ist Aufgabe und Draufgabe.
Offenbar haben sich im Umgang mit derlei Belastungen zwei sehr unterschiedliche Strategien entwickelt. Die eine zielt darauf ab, als quasi Gegenleistung für den Knochenjob Trost, Zuspruch und Unterstützung zu erlangen - es mag durchaus sein, dass Mütter hier stärker vertreten sind, ein Lokalaugenschein auf Spielplätzen, Familienwiesen in Freibädern etc bestätigt das nachdrücklich. Die andere Strategie (richtig: die der "richtigen Männer") verfolgt das Ziel, für ihre Leistungen Lob und Anerkennung zu bekommen. Wie früher halt: Auftrag erhalten, Ziel (Mammut, Kinderbetreuung) fokussieren, Ergebnis liefern (Mammut tot, Kinder leben), Schultern klopfen, Brust raus, Bauch rein, so geht das.
Das Phänomen ist also nicht wirklich neu. Für niemanden.
Und es scheint sich über die Jahrtausende hartnäckig gehalten zu haben.
Rhetorische Frage: damit umgehen lernen oder drüber jammern? Zur Abwechslung auch einmal zuhören und trösten oder sich den unbändigen Stolz über das selbst gekochte und beinahe aufgegessene Mittagessen der Kids um die Ohren schmeißen lassen?
boenald - 2. Sep, 10:12
Trackback URL:
https://twinnies.twoday.net/stories/5916513/modTrackback